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Trotz, Rotz und zuckersüß. Wie ein Dreijähriger meine Welt auf den Kopf stellt

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Es ist ja alles nur eine Phase, aber dennoch nicht leicht mit Trotz umzugehen, wie wir das versuchen zu schaffen und warum es uns trotzdem nicht immer gelingt. Seit fünf Tagen ist mein Baby ein Kindergartenkind, für ihn einfach nur der Wechsel von der Krippe in den Kindergarten und für mich ein Riesenschritt. Wir besuchen eine Einrichtung in der Krippe und Kindergarten unter einem Dach vereint sind und so ging der Übergang von den Kleinen zu den Großen ganz einfach. Dann gab es kein Fach mehr in der Krippe, denn jetzt „bin ich ein Großer“ sagt er. Vor knapp drei Jahren wurde er geboren und jetzt diskutieren wir bereits, welches T-Shirt angezogen wird oder warum man sich nicht nur von Schokoladenbroten ernähren kann.  

Es ist verrückt, wie schnell aus einem kleinen hilflosen Baby ein frecher Rotzlöffel mit eisernem Willen geworden ist. Ich habe erst kürzlich einen Artikel zum Thema Stolz geschrieben und jeden Tag platzt mein Mama-Herz fast vor Stolz, wenn ich meinen Lausbuben so sehe. Es gibt aber auch viele Momente, wo er mich an meine Grenzen bringt. Ich finde es ist manchmal ganz schön schwer, Vorbild, Mutter, Tröster und was sonst noch so dazu gehört zu sein. Ich würde behaupten, dass ich keine strenge Mama bin und mein Geduldsfaden unendliche Längen angenommen hat, aber ab und an, da platzt mir der Kragen, da ist es dann vorbei mit meiner Geduld. Das sind diese Momente, wo ich meinen Sohn auch mal anschreie oder wo ich einfach mal kurz den Raum verlassen muss, wo ich Luft brauche, um wieder runter zu fahren. Dann ist auch wieder gut und wir halten uns im Arm und sagen uns, dass wir uns lieb haben, aber ich habe dann doch das Gefühl, in diesen Momenten, keine gute Mama zu sein.

Mein Sohn hat seit einiger Zeit das Alter erreicht, wo er seine Grenzen enorm austestet und ich finde es manchmal wirklich schwierig, ihn im Zaum zu halten. Was sind angebrachte Konsequenzen? Ich könnte ihn nie wirklich betrafen, aber irgendwie muss er doch auch lernen zu hören und Regeln zu akzeptieren?

Wie handhabe ich es aktuell?

Wenn wir eine Situation haben, in der er etwas machen möchte, was er nicht darf, also zum Beispiel Autos durch die Gegend werfen, gibt es eine klare Ansage: Hör auf mit den Autos zu werfen! Dann die Erklärung, das darfst du nicht, weil … Meistens ist das ziemlich wirkungslos 2. Schritt: Wenn jetzt noch ein Auto fliegt, dann kommt das Auto weg (oft tritt hier dann Wirksamkeit ein), wenn dann noch ein Auto fliegt, kommt es weg und ich habe ein tot trauriges Kind, das ich dann wiederum in den Arm nehme und versuche zu erklären, warum das Auto jetzt weg ist (bestenfalls schaffe ich es, nicht weich zu werden – gelingt auch so gut wie nie fast immer). Meistens beruhigt er sich nach fünf Minuten wieder und spielt was Anderes. Etwas später frage ich ihn dann, ob er verstanden hat, warum ich ihm das Auto weggenommen habe. So sprechen wir dann nochmal über die Situation und das tut uns beiden gut. Diese Situationen haben wir ganz gut im Griff.

Was aber passiert, wenn er einfach nicht hören will.
Beispiel: Wir wohnen an einer Spielstraße, die eine Sackgasse ist. Hier darf er mit seiner Freundin Laufrad fahren, aber nur bis zur Laterne, damit nicht einbiegende Autos die Kinder nicht übersehen. Gelegentlich wird dieser Radius unerlaubterweise vergrößert. Ich sprinte dann, stopp brüllend, hinterher und mein Sohn findet es saukomisch (das sind Momente da platze ich fast). Wenn ich ihn dann nach Luft schnappend endlich eingefangen habe, lacht er und will am liebsten direkt weiterfahren und fangen spielen und versteht einfach nicht den Ernst der Lage. Solche Situationen haben wir sehr oft und ich frage mich dann wirklich, was ich machen soll. In oben genannter Situation kommt meist das Laufrad weg, für einen halben Tag, weil es einfach so wichtig ist, dass er damit hört. Er versteht oft noch gar nicht, was denn nun mein Problem gewesen ist, aber hier lernt er, gefühlt, auch nicht aus seinen Fehlern arrrrrg. In vielen anderen Situationen dieser Art, treibt er mich schier in den Wahnsinn und ich denke mir einfach, dass ich das Kind habe, was am wenigsten hört.

Wer also hier noch Rat weiß, ich freu mich auf viele nützliche Tipps 🙂

Ich muss gestehen, dass wir, was das Thema Trotzanfälle angeht, relativ gut wegkommen. Es gibt bei uns sehr selten ein Nein ohne Erklärung und meistens geht das dann auch gut einher. Manchmal brauch er es auch einfach, da wird sich so darüber aufgeregt, dass ich das Brot falsch geschnitten habe und er ist untröstlich, da darf er auch weinen, traurig und wütend sein, aber ich bin da und nehme ihn in den Arm, wenn er es will oder streichele einfach seinen Rücken und versuche für ihn da zu sein. Denn lösen kann ich das Problem in der Regel in dieser Situation nicht.

Und dann gibt es diese Momente, wo ich schier heulen könnte vor Glück, wenn er in der Kita angerannt kommt und mich voller Liebe umarmt und sagt „meine Mama“, wenn er nachts aufwacht und nur wissen will, ob ich da bin, wenn er mich anlächelt und mir einen wirklichen feuchten Kuss gibt, wenn er sagt „du bist die beste Mama“ oder  „ach Mama, ich habe dich wirklich sehr lieb“ dann sind all der Stress vergessen und ich bin so dankbar, dass ich das Glück habe, Mama sein zu dürfen.

Wie geht ihr mit „nicht hören“ um, was sind eure besten Tricks, dass die Kleinen machen was sie sollen? Ich bin gespannt was ihr so zu berichten habt.

Ich schicke euch sonnige Grüße

Sabrina

 

Tags : KleinkindMamaseinTrotzphase

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