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Hell Yeah – Von der Mom to be zur Zweifach-Mama

Nichts im Leben ist so turbulent, wie das Mama werden? Generell kann ich diese Frage natürlich nicht beantworten, denn für Jeden ist es anders. Für Jeden bringt das Leben andere Überraschungen. Aber, für mich war, es das bisher Aufregendste, Turbulenteste und auch das Schönste, dass mir das Leben beschert hat.

Mir war immer klar, ich möchte eine Familie gründen. Nicht auf Biegen und Brechen, aber mit dem richtigen Partner an meiner Seite, wollte ich dieses Abenteuer unbedingt erleben. Das unser Weg zur Familie so holprig wird, hätte ich nicht gedacht. Um so mehr, weiß ich zu schätzen, was für ein unsagbares Glück wir haben, dass wir nun zwei Kinder haben, die mit uns lachen, weinen, traurig, lustig, wütend und manchmal total bekloppt sind. Nicht jede Frau trägt diesen Wunsch in sich und nicht jeder Frau ist es vergönnt (was ich sehr traurig und tragisch finde). Es müssen ja so ein paar Faktoren zusammenspielen, damit das mit der Familie klappt. Ein Partner/in muss gefunden werden und dann muss es noch irgendwie mit dem Kinder kriegen klappen. Wir werden immer später sesshaft und die Entscheidung für eine ernste Partnerschaft schieben wir ja auch gerne weiter nach hinten, wer weiß vielleicht treffen wir noch jemand besseren?

Dann ist man Mitte dreißig und die Zeit tickt so ein wenig gegen einen. Jetzt dann doch mal schnell Kinder kriegen, doch dass klappt halt nicht immer reibungslos oder aber es geht schneller als man denkt 🙂 Während es bei anderen klappt wie bei einer Amazon Bestellung, haben manche mit Verlusten, Ängsten und Fehlschlägen zu kämpfen. Ganz unterschiedlich sind die Geschichten, die jede Frau, jede Familie auf dem Weg zur Mama in sich trägt.

Auch meine Geschichte ist mit vielen Höhen und Tiefen verbunden, mit Verlusten und dem unfassbaren Glück zwei Jungs zu haben, die mich ausfüllen und komplett machen. Aber auch ein Grab mit zwei Babies, die ich nie richtig kennenlernen durfte, die ich mich aber als Mama stärker und dankbarer gemacht haben.

Als ich mit meinem Großen schwanger war, da war alles neu, alles aufregend alles einfach unfassbar fremd und auch beängstigend. Mit dem ersten Kind wird nicht nur das Kind geboren, sondern auch eine Mama und ein Papa, die zwar voller Liebe sind, aber einfach keine Ahnung haben, was da so auf sie zukommt. Selbst wenn man viele Ratschläge bekommt, Ratgeber lesen kann oder Google auf alles Antworten liefert, so ist es doch ungewiss, denn Dein Kind ist bereits eine ganz eigene Persönlichkeit, mit eignen Bedürfnissen. Man hat ja (Ich) so einen Plan im Kopf, was man will oder nicht will, wie man bestimmte Sachen handhaben möchte … Doch dann hat man sein Baby und auf einmal schmelzen die Pläne dahin.

Mir war mit einem Schlag klar, dass ich alle meine Pläne über den Haufen werfe und mich einfach an den Bedürfnissen unseres Babys orientieren will. Ich habe gestillt, wenn er Hunger hatte, habe gekuschelt, wenn er es brauchte und ja in dieser Zeit meine eigenen Bedürfnisse hinten an gestellt. Ich habe Ratschläge ignoriert und versucht auf mich und mein Bauchgefühl zu hören. Das der Einzige Weg, den ich gehen wollte und konnte. Aus dem Baby wurde ein Kleinkind und der Drang neben der Mutterrolle, auch wieder Frau zu sein wuchs. Mein Kind wurde immer selbstständiger und ich konnte wieder Raum haben, mich zu finden – in meiner neuen Rolle als Mutter, Frau und Mensch.

Keine bisherige Veränderung, auch nicht die Geburt vom Babyboy war so groß und so anstrengend und doch so wunderbar, wie das erste Mal Mama zu werden.

Mein Großer ist ein wunderbarer Mensch mit ganz viel eigenem Willen, der uns bis an die Grenzen und darüber hinaus fordert. Manchmal ist das hart und manchmal zum verzweifeln, aber dann sind da so ganz viele wunderbare Momente, in denen ich den tollen Menschen hinter all dem Trotz und Grenzen austesten sehe und ich bin so stolz und glücklich. Ob wir bisher alles Richtig gemacht haben? Hahahahah – Nein (wer macht das denn schon?)! Aber wir lieben Ihn aus tiefsten Herzen und dass ist ja mal das Allerwichtigste. Um ehrlich zu sein, ist mein Sohnemann gerade rotzefrech und ich könnte Ihn gelegentlich kopfüber aus dem Fenster halten liebevoll dabei begleiten. Ich sehe oft die Blicke Anderer, mit der mir mein vermeintliches Versagen bescheinigt wird, aber WTF macht es doch erstmal besser und kehrt vor Eurer eigenen Türe. Worauf ich hinaus möchte, natürlich soll er in dieser Gesellschaft zurecht kommen und sozialen Anschluss haben, dazu gehört, dass er ein paar Regeln beherzigt und Andere respektiert (nun ja schauen wir mal, ob wir das hinkriegen).

Babyboy macht sich auf den Weg

Als sich unplanmäßig Nummer Zwei angekündigt hat, war das schön (und überraschend), aber auch erstmal Nebensache. Denn man hat keine Zeit mehr sich auf den Babybauch zu konzentrieren, sie Schwangerschaft in vollen Zügen zu genießen. Da waren Job, Haushalt, Mann und natürlich der Große. So wuchs also Babyboy einfach so ein bißchen nebenbei in meinem Bauch heran und das war super. Dadurch gab es weniger Raum für Ängste und Unsicherheiten, was für mich ganz persönlich wichtig war. So richtig Schwanger, habe ich mich eigentlich erst ab der 28. Schwangerschaftswoche gefühlt und ich wollte mich auch erst um alles kümmern, wenn ich im Mutterschutz bin. Babyboy kam auch noch drei Wochen früher und durchkreuzte also auch diese Pläne.

Am 24. Dezember durften er und ich nach Hause, da war Jubel, Trubel Heiterkeit – denn so ist das mit Kindern! Wenn ich überlege, wie beim ersten alle auf Zehenspitzen durch die Gegend laufen mussten, ist der Babyboy von Anfang an Familienleben „at its Best“ gewöhnt.

Man hört ja immer, dass die Liebe ausreichend ist und sich mit dem zweiten Kind verdoppelt. Also habe ich auf denSchwung an Liebe gewartet der mich übermannt, aber da kam erstmal irgendwie nicht viel – für mich hat es sich Anfangs angefühlt, als müsste ich meine vorhandene Liebe nun aufteilen, da war einfach nicht mehr als vorher und es musste jetzt für Zwei reichen. Ich habe nie in Frage gestellt, ob ich meine Kinder lieben werden, denn das ist für mich klar, aber diese Gefühl vom ersten Mal, als mich die Mutterliebe überrannt hat, das war nun nicht da. Jetzt – vier Monate später – würde ich behaupten, dass sich meine Liebe durchaus verdoppelt hat, nur war das Gefühl von Mutterliebe einfach nicht mehr so neu und anders und überwältigend, dass sie einfach da war die Liebe zu unserem zweiten Sohn.

Als Mama von zwei Jungs, ist einem die Welt der Kleider, Zöpfe und Einhörner ja irgendwie verwehrt und vor allem werde ich nie Mama einer Mama sein, was ich irgendwie schade finde. Andererseits ist es auch ganz schön cool zwei Jungs zu haben und ich freu mich wahnsinnig darauf sie groß und stark werden zu sehen.

Mein Fazit: Ich bin stolz, müde, glücklich, voller Vorfreude, manchmal sehr gestresst und wirklich gespannt auf den Rest unseres Lebens!

Sabrina

Tags : MamaliebeMamaseinSchwangerschaftZweifachmama

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